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Liebe Freunde von BergSpektiven,

meine sehr verehrten Damen und Herren,


zunächst möchten wir nochmals allen danken, die zu der feierlichen, launigen und unterhaltsamen Jubiläums-Gala anlässlich unserer 100. Veranstaltung von BergSpektiven am 23. Februar 2018 beigetragen haben. Schön war’s! Aber wie heißt es so schön: nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Deshalb freuen wir uns, Sie bereits am kommenden Freitag, 9. März 2018 zu unserer nächsten Veranstaltung einzuladen.


Worum geht es diesmal? Thema ist die Arbeit der Gesellschaftsreporter. Also - Wer mit wem und wieso? Wer gegen wen und warum? Manche werden sich fragen, wen interessiert das schon. Weit gefehlt. Klatsch ist nach wie vor Kult. Selbst wenn er sich zunehmend von den bunten Hochglanzmagazinen in die sozialen Netzwerke verlagert hat. Dass amüsante Promiberichte nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben, wird Ihnen unsere nächste Interviewpartnerin, die ehemalige BUNTE-Chefredakteurin Patricia Riekel beantworten. Ihr Thema ist Einblick in die People-Szene.


Davor haben wir den Autor und Kulturjournalisten Dr. Andreas Ammer zu Gast. Unter dem Titel Notizen aus der Provinz erfahren wir von ihm, was es heißt den populären QUH Blog auf die Beine zu stellen und über Jahre am Leben zu halten.


Der Eintritt ist frei - Spenden für unsere gemeinnützigen Projekte sind willkommen. Ihre Teilnahme ist frei von jeglichen Verpflichtungen, Freunde und Bekannte können Sie gerne mitbringen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Mit den besten Grüßen


Ihr / Euer


Christian Kalinke



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Presse Vorschau

(zur Ansicht bitte auf den Link klicken)




Rückblick


Voll war’s in der Bauernstube des Hotels Schloss Berg. Gesellschaftsjournalismus scheint die Leute zu interessieren. Eingeladen zur 101. Auflage von BergSpektiven waren die Ex BUNTE Chefin Patricia Riekel und der Berger Kulturjournalist Dr. Andreas Ammer. Notizen aus der Provinz, so Ammers Thema, befasste sich mit dem QUH Blog, einer digitalen Publikation der freien Berger Wählerverbindung QUH (Quer, Unabhängig, Heimatverbunden). Täglich mit höchster journalistischer Sorgfalt über das Dorfleben zu berichten, ist harte Arbeit, was Patricia Riekel zu dem Zwischenruf animierte: Lokalredakteure sind die wahren Helden unserer Zunft! Sie sprach aus eigener Erfahrung, wie sich später herausstellte, da sie als Lokalredakteurin beim Starnberger Merkur angefangen hatte. Interessiert verfolgten die Besucher Ammers Wirken jenseits des Dorfes. So seine Arbeit für die mehrfach ausgezeichnete Literatursendung druckfrisch in der ARD oder die Entstehung von Unendliches Spiel, des größten Hörspiels aller Zeiten, eine 80-Stunden-Produktion über David Foster Wallace’ Unendlicher Spaß. Was im Leben eines Fernsehproduzenten alles passieren kann, beschrieb er am Beispiel des unerwarteten Sieges von Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest von 2010 in Oslo. Von nächtelanger Arbeit, kurzfristig geänderten Sendezeiten über Stromausfälle bis zu grenzwertigen Arbeitsbedingungen war die Rede. Und von der Produktion des Oskar-Maria-Graf-Films, für den Ammer von seinem Schwur abrückte, niemals im Heimatdorf zu drehen.

Patricia Riekel, die Grand Dame des Gesellschaftsjournalismus, plauderte ebenfalls sichtlich entspannt über das Amüsante, leicht Anzügliche in einschlägigen Hochglanzmagazinen. Gespannt verfolgten die Besucher wie es gelingt, Promis intime Geheimnisse zu entlocken. Es ist ein Tauschgeschäft - Verständnis gegen Geständnis. Aber es gibt eine Grenze zwischen dem Reiz einer heißen Geschichte und dem Risiko, das Vertrauen der Klientel zu verlieren – berichten statt richten sei ihr Credo, wiederholte Patricia Riekel mehrfach. Ein bisschen Baby Schimmerlos steckt noch immer im Beruf eines Klatschreporters, selbst wenn die wilden Zeiten heute vorbei sind. Münchens Society ist auch nicht mehr das, was es mal zu Dietl’s und Eichinger’s Zeiten war. Dennoch bleibt Klatsch populär. Es lenkt wunderbar ab und hat somit eine soziale Entlastungsfunktion. Trotz Internet und sich zunehmend selbst vermarktenden Promis glaubt Patricia Riekel fest an eine Renaissance von Print in der People-Szene. Wenn schon Boulevard, dann real und Print ist nun mal dem wahren Leben näher.

Ihre journalistischen Anfänge machte sie wie gesagt beim Starnberger Merkur. An ihrem ersten Tag dort wurde ein verschollenes Ruderboot gesucht. Sie wurde losgeschickt, um mehr in Erfahrung zu bringen. Entdeckt hatte sie nichts, aber die Überschrift war bei ihrer Rückkehr bereits vorbereitet: Schreie im Nebel!