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Liebe Klub der 100 Mitglieder, Sponsoren und ehemalige Interviewpartner von BergSpektiven,


am 8. November 2018 findet die nächste Paneldiskussion des Klubs der 100 statt zum Thema:


Mut - Warum es sich nicht lohnt, sich zu elft ins Tor zu stellen


Mut muss etwas sehr Bedeutsames sein. Anders ist die Reichhaltigkeit der deutschen Sprache rund um das Wort Mut nicht zu erklären. Von Übermut, Gleichmut und Unmut bis zu Großmut, Sanftmut und Demut ist hier die Rede. Auf dem Podium erwarten Sie wie immer Experten, die ihre Perspektiven aus unterschiedlichen Richtungen einbringen:


Madeleine Leitner - Karriereberaterin (bekannt durch ihre SZ-Kolumne)

Michael Stenger - Vorstandsvorsitzender der SchlaU-Schule in München

Prof. Dr. Paula-Irene Villa - Professorin für Soziologie an der LMU München

Ingo Wölfl - Geschäftsführer von SYSCOACH, Führungskräfte-Coach


Wir freuen uns auf Sie und werden bei dieser Gelegenheit über die Verleihung des Afrika Awards an den von uns geförderten Lothar Firlej anlässlich der HOPE Gala in Dresden am 27. Oktober 2018 berichten.


Einen angenehmen Wochenstart wünscht


Ihnen / Euch


Christian Kalinke



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Rückblick



MUT, WUT oder RUHIG BLUT


- HOPE Award 2018 geht an Lothar Firlej



BergSpektiven Initiator Christian Kalinke eröffnete seine 14. Podiumsdiskussion mit der freudigen Nachricht, dass am 27. Oktober 2018 der HOPE-Award in Dresden an den von BergSpektiven seit Jahren unterstützten Lothar Firlej verliehen wurde.


Der Klub der 100 von BergSpektiven hatte diesmal vier Experten zum Thema Mut eingeladen:


Mut - Warum es sich nicht lohnt, sich zu elft ins Tor zu stellen


Mut, Wut oder ruhig Blut, so eine der Fragen an Ingo Wölfl, einem Führungskräfte-Coach aus München. Die erwartete Antwort: Das kommt natürlich auf die Situation an. Aber in der Regel ist Mut und ruhig Blut die erfolgversprechendste Kombination. Führungskräfte, die einen Mutanfall haben, um ihr eigenes Ego zu bedienen, kommen nicht weit. Zu Mut gehört auch Demut. Kopfüber ins Wasser zu springen, ohne zu wissen, wie tief es ist, gehört zur Kategorie blinder Übermut.


Dem konnte auch Madeleine Leitner zustimmen, die Karriereberaterin, die durch ihre Fachpublikationen und ihre berufsbezogene SZ-Kolumne bekannt geworden ist. Ohne Mut geht es gewiss nicht nach oben auf der Karriereleiter. Dumm nur, dass die Chefs, wenn sie oben angekommen sind, dazu neigen ihresgleichen einzustellen. Hans sucht Hänschen. Dabei werden sie von der Personalabteilung meist unterstützt, die häufig auf traditionelle Auswahlmethoden setzen. Eine Aussage, die ein Besucher als zu pauschal empfunden hat und so nicht stehen lassen wollte. Wie auch immer. Wenn Duckmäuser und Opportunisten in Teams überwiegen, wird es schwer das Bestehende und Altbewährte zu ändern.


Diesen Ball hat die Soziologieprofessorin Dr. Paula-Irene Villa aufgegriffen, die den mangelnden Reformeifer der Universitäten beklagt. Da fehlt es an Meinungsvielfalt und die vielbesagte German Angst, Fehler zu machen, behindert mutiges Vorgehen. Persönlich hat Frau Villa mit ihren südamerikanischen Wurzeln größten Respekt vor den mutigen Müttern Argentiniens, die seit vielen Jahren auf dem Platz der Mairevolution in Buenos Aires gegen das unaufgeklärte Verschwinden ihrer Kinder während der argentinischen Militärdiktatur (1976 - 1983) protestieren. Laut ihren Kindern ist Frau Villa für ihre regelmäßigen Mutanfälle in der Öffentlichkeit berüchtigt. Zivilcourage ist in ihrer DNA. Bei Rassismus, Sexismus oder Rücksichtslosigkeit im Alltag muss sie sich einmischen.


Wenn es einen gibt, dem der Mut bereits ins Gesicht geschrieben steht, dann ist das Michael Stenger! Vor 18 Jahren hat er seine SchlaU-Schule ins Leben gerufen, die Flüchtlingen dabei hilft, in Bayern einen qualifizierten Schulabschluss zu machen. Damit hat er es sogar bis zum Integrations-Bambi der Hubert Burda Media gebracht. Es geht ja nichts voran, wenn niemand ausschert und etwas Neues ausprobiert. Nur mit Edel- und Sanftmut kommt man nicht weit. Er hat sich entschieden zu handeln, um die Zukunft von jungen Flüchtlingen besser zu machen. Sein Bericht über einige Einzelschicksale zeigt, was es braucht, um den Mut zu entwickeln, dass man etwas schaffen kann. Niemand ist motivierter als Flüchtlinge, aber es bedarf harter Regeln und klarer Ansagen.


Am Ende eines perspektivenreichen Abends gingen die Besucher nicht nur mit der Erkenntnis nach Hause, dass es sich nicht lohnt, sich zu elft ins Tor zu stellen, sondern auch mit dem guten Gefühl, dass mit Lothar Firlej einer gewürdigt wurde, der aus dem Tor herausgestürmt ist, um Straßenkinder in Kenia über Fußball-Camps zu resozialisieren. Details zum HOPE-Award 2018 finden Sie auf unserer Website unter Gemeinnutzen Kenia.