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Liebe Freunde von BergSpektiven,

meine sehr verehrten Damen und Herren,


unser Programm geht nicht minder spannend am 11. Mai 2017 mit dem Thema Reden wir über Geld weiter. Obwohl wir mit Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann und Michael Bücker zwei exponierte Banker als Interviewpartner ausgewählt haben, werden wir uns nicht nur mit Fragen beschäftigen, die die Wirtschaft bewegen. Wir wollen auch wissen, was Geld mit uns macht, wie es uns verändert und wie es sich auf unser Denken und Handeln auswirkt.


Apropos Geld und BergSpektiven: Wir sind froh in den 15 Jahren unseres Bestehens über 200.000 € an Geldern eingesammelt zu haben. Und wir sind glücklich, dass Dank des unentgeltlichen Wirkens vieler Mitstreiter in Verwaltung, Dienstleister und auf der Bühne das gesamte Geld für die motorische und mentale Entwicklung von Jugendlichen durch Teamsport-Initiativen bei uns und in Afrika eingesetzt werden konnte. Auch eine Art, wie Geld froh und glücklich machen kann.


Zurück zu unserer 98. Veranstaltung von BergSpektiven: Freuen Sie sich auf einen Dialog über Geld und das Leben am 11. Mai 2017. Der Eintritt ist frei - Spenden sind willkommen.


Beste Grüße


Ihr


Christian Kalinke



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Reden wir über Geld, so das Thema von BergSpektiven am 11. Mai 2017. Eingeladen waren zwei Banker mit unterschiedlicher Kundenperspektive. Der eine, Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Post AG und vormaliger Chef der Postbank, hatte in erster Linie den Privatkunden im Blick. Der Andere, Michael Bücker, ist als Vorstandsmitglied Firmenkundenchef der Bayern LB. Beide waren sich einig, dass Geld eine politische, wirtschaftliche aber auch ethisch moralische Dimension hat.


Politisch wurde das Beispiel EU herangezogen. Ohne gegenseitige monetäre Unterstützung wird die EU auf Dauer nicht funktionieren. Deutschland ist gut beraten, nicht als Schul- und Sparmeister aufzutreten. Was im Falle von Griechenland noch funktionieren mag, würde spätestens bei Frankreich zu einer weiteren Spaltung Europas führen. Erstaunt haben die Zuhörer auf Bückers Aussage reagiert, daß sich britische Unternehmer zunehmend positiv zum Brexit äußern. Kritisch wird die mitunter rücksichtslose Machtausübung Chinas durch geldpolitische Interaktionen gesehen. Bei Trump, so die Interviewpartner, bleibt nur die Hoffnung, dass er sich mit guten Beratern umgibt. Immerhin weiß Donald Trump, dass man Good Deals auf Dauer nur mit den besten Leuten machen kann.


Damit wären wir bei der wirtschaftlichen Bedeutung von Geld. Klar brauchen Firmen Geld, um Transaktionen von Waren und Dienstleistungen zu begleichen, Löhne zu bezahlen und Investitionen zu tätigen. Gleiches gilt für Privatpersonen, die das tägliche Leben, die eine oder andere Anschaffung und die Zukunftsvorsorge zu finanzieren haben. Die Frage ist nur, wieviel Geld und zu welchem Zweck.


Und da sind wir bei der ethisch, moralischen Dimension des Geldes. Ist es in Ordnung, einer hilflosen Oma eine risikoreiche Anlage anzudrehen? Sicherlich nicht. Anderseits geht, so von Schimmelmann der Gesetzgeber zu weit, wenn er Bankkunden vor sich selber schützen möchte und damit gänzlich entmündigt. Dies führt dazu, dass über 50-Jährige kaum noch einen Kredit gewährt bekommen. Apropos Kredit. Den scheinen die Banken entsprechend der Publikumsreaktionen weitgehend verspielt zu haben. Von windigen Spekulationsgeschäften und zwielichtigen Zinsmanipulationen war die Rede. Es gibt aber auch Anzeichen eines Klimawandels. So hat Michael Bückers Selbstkritik am früheren Wirken der Banken sowie der Rückzug aus ökologisch und moralisch bedenklichen Finanzierungsgeschäften (z. B. Ölpipelines durch Naturreservate) viel Zustimmung gefunden.


Der Versuch des Moderators einem gelungenen Abend noch eine philosophische Dimension aufzusetzen, ist allerdings im Sande verlaufen. Fragen, ob Geld die innere Freiheit gefährdet, den Charakter verdirbt oder glücklich machen kann, blieben unbeantwortet. Egal, denn das abendliche Spendenaufkommen war ordentlich. Dadurch hat von Schimmelmanns Stiftung Startchance und der gemeinnützige Zweck von BergSpektiven zu gleichen Teilen profitiert. Also doch noch eine Art, wie Geld glücklich machen kann.